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Grete Hoops: „Geschichten, da dat Leben schrifft” (26.10.2009)
![]() Hintersinniges „op Platt“Nicht erst seit Ina Müller wissen Freunde der plattdedeutschen Sprache: „Platt is nicht uncool“. Eine „plattdüütsche Schrieversche“ der Region ist Grete Hoops: Die Tarmstedter Erfolgsautorin las am Donnerstag im Hotel Daub vor rund 70 Gästen aus ihrem neuesten Werk „Geschichten, da dat Leben schrifft“. Veranstalter war der „Plattdüütsch Kring“ des Kultur- und Heimatkreises Bremervörde. „Döntjes“ faszinierten die heute 74-Jährige bereits als Kind: Die Tochter eines Viehhändlers hockte mit Vorliebe unter dem Tisch, wenn sich die Erwachsenen unterhielten und schnappte dabei – gut versteckt durch eine lange Tischdecke – so manch lustigen Schnack auf, der nicht unbedingt für Kinderohren bestimmt war. Mittlerweile hat es Grete Hoops bedeutend einfacher, an erzählenswerte Geschichten heranzukommen: „In meinen Büchern beschreibe ich fast immer wahre Begebenheiten, die mir die Leute erzählen und die ich dann weiter verwenden darf“. Ihre Laufbahn als Schriftstellerin startete die Tarmstedterin erst spät – und das, obwohl schon in der Schule vor allem Aufsätze ihr „Ding“ waren. „Ich musste quasi zum Schreiben geschubst werden“, lacht Grete Hoops im Rückblick. Freundin Rosemarie war schließlich die treibende Kraft, die die damals 66-Jährige dazu brachte, Zettel und Stift in die Hand zu nehmen. Denn eines steht fest: Mit Computern möchte die Tarmstedterin nicht unbedingt nähere Bekanntschaft schließen: „Ich schreibe meine Geschichten handschriftlich auf und meine Nachbarin Erika tippt dann alles für mich ab“, freut sich Grete Hoops über deren tatkräftige Unterstützung. ![]() Und die ist mittlerweile dringend vonnöten: Auf neun Bücher ist das schriftstellerische Werk der plattdeutschen Autorin inzwischen angewachsen und ein Ende ist nicht abzusehen. „Geschichten, de dat Leben schrifft“ lautet der Titel ihres neuesten Buches - zu hochdeutsch: Geschichten, die das Leben schreibt. Der Name ist Programm: Grete Hoops erzählt von Alltagsereignissen der etwas anderen Art, von schlagfertigen Schlitzohren, von Verwechslungen und Schildbürgerstreichen Wie ergeht es der bescheidenen „Goldbraut“, die sich zu ihrem Ehrentag ein besonderes Festkleid wünscht? Wie endet die nachbarschaftliche Wette um die Weihnachtsgans und wer verspeist sie? Was erlebt Christel Kurioses bei einem Arztbesuch? Die kurzen Geschichten haben eines gemeinsam: Sie sind meist zum Schmunzeln, oder auf plattdeutsch: ton Högen! Davon konnten sich auch die zahlreich erschienen Gäste bei der Buchvorstellung im Hotel Daub überzeugen. Für reichlich Heiterkeit sorgten die vorgetragenen „Döntjes“ der Tarmstedterin, die musikalisch von Christina Schmidt (Gitarre und Gesang) unterstützt wurde. Selbst nach zwei Stunden zeigte das Publikum noch keine Ermüdungserscheinungen und ließ Grete Hoops auch nach der Lesung noch zahlreiche Bücher signieren. Das Buch „Geschichten, de dat Leben schrifft“ ist im Isensee Verlag erschienen und kostet 8,50 Euro. ISBN: 978-3-89995-663-4. Um plattdeutschen „Leseanfängern“ den Einstieg zu erleichtern, enthält es den Anhang „Wat de Wöör bedüürt“, in dem unbekannte Wörter nachgeschlagen werden können. (Text/Fotos:Bremervörder Zeitung vom 04.11.09) |