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Duo Schumacher-Buchberger - Oboe und Harfe (09.04.2010)
Zauber mit Harfe und Oboe
Ein schlichtweg außergewöhnliches Konzert erlebten die zahlreichen Zuhörer am Freitagabend im Bremervörder Ratssaal. Der Kultur- und Heimatkreis hatte in Kooperation mit dem Deutschen Musikrat mit Lena-Maria Buchberger (Harfe) und Sandra Schumacher (Oboe) zwei brillante Instrumentalistinnen eingeladen, die sich trotz ihrer Jugend bereits einen Namen in großen Konzerthäusern gemacht haben. Zwei junge Künstlerinnen auf dem Weg nach ganz hoch oben: Die Harfenistin Lena-Maria Buchberger (25, links) und die Oboistin Sandra Schumacher (28) haben sich in großen Konzerthäusern bereits einen Namen gemacht.
Mit der perfekten Beherrschung ihrer Instrumente und ihrem grandiosen Zusammenspiel faszinierten beide Künstlerinnen ihr Publikum von der ersten Minute des Konzertes bis zum furiosen Finale mit dem von andalusischem Flamenco angehauchten „Entr‘acte“ von Jaques Ibert. Was war am Auftritt von Sandra Schumacher und Lena-Maria Buchberger am Freitag so außergewöhnlich? Zum einen ganz sicher die Tatsache, dass es für Harfe und Oboe nicht gerade viel Konzertliteratur gibt, zum anderen aber auch die scheinbar spielerische Leichtigkeit, mit der es beiden Künstlerinnen gelang, durch ihre grandiose Spieltechnik Melodien förmlich zu gestalten. Sie spielten in Ermangelung originaler Stücke für Harfe und Oboe in erster Linie Bearbeitungen, die alle Facetten eines reizvollen Zusammenwirkens ihrer Instrumente offenbarten. Im ersten Teil ihres Konzertes überwog dabei Barockmusik, die seinerzeit überwiegend für Flöte und Cembalo geschrieben wurde, durch die beiden Künstlerinnen jedoch gerade durch die außergewöhnliche Kombination ihrer Instrumente jederzeit absolut reizvoll dargeboten wurde. Dem „Cantabile“ von Antonio Vivaldi folgten die Sonate g-moll aus dem Bachwerkeverzeichnis (BWV) 1020 von Carl Philipp Emanuel Bach und die Sonate Es-Dur (BWV 1031) seines Vaters Johann Sebastian Bach. Dazwischen trat Lena-Maria Buchberger als Solistin auf und spielte mit dem „In Balance“ ein Original des koreanischen Komponisten Isang Yun ein Stück für Harfe. Dabei wusste sie gekonnt asiatische Musiktraditionen mit zeitgenössischen Klängen zu verweben und darüber hinaus ihre imponierende ausgefeilte Technik zu demonstrieren. Diese hat sie bei Xavier du Mestre perfektioniert, der als einer der weltbesten Harfenisten überhaupt gilt und Mitglied der Wiener Philharmoniker ist. Ihre beeindruckende Spieltechnik stellte Lena-Maria Buchberger ein zweites Mal unter Beweis, als sie im zweiten Teil des Konzertes mit ihrer Interpretation von Marcel Tourniers „Image“ aufwartete: Mit dem „La Danse du Moujik“ des französischen Komponisten und Harfenisten ließ sie erahnen, weshalb sie mehrfache Landes- und Bundespreisträgerin beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ wurde und bereits unter dem weltberühmten Dirigenten Sir Simon Rattle mit den Berliner Philharmonikern aufgetreten ist. Sandra Schumacher dagegen hat ihr Studium bereits abgeschlossen. Die vielfache Stipendiatin ist Solo-Oboistin in Stuttgart und wechselt demnächst zu den Essener Philharmonikern. Die Künstlerin arbeitet mit der so genannten „Zirkularatmung“. Das bedeutet, dass sie Töne unendlich lange spielen kann und dabei durch die Nase atmet. Besonders imponierend kam diese Spielweise bei der sehr virtuosen Sonate c-moll des deutschen Komponisten und Dirigenten Louis Spohr zur Geltung, der auch als einer der größten Geiger des 19. Jahrhunderts gefeiert wurde. Der gar nicht enden wollende Schlussapplaus des Publikums im Bremervörder Ratssaal jedenfalls holte die Künstlerinnen immer wieder auf die Bühne, bis sie sich bei ihren Zuhörern mit einer frenetisch geforderten Zugabe bedankten. (Text/Foto:Bremervörder Zeitung vom 13.04.10)
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