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Duo Anger-Gerassimez - Violoncello und Klavier (14.10.2011)
Am Cellobogen ein Meister: Norbert AngerMit Herz und HandKultur- und Heimatkreis präsentiert das Duo Norbert Anger und Nicolai Gerassimez im RatssaalEs geht also doch. Es gibt in Bremervörde ein Publikum für anspruchsvolle Kammermusik, wie die jüngste Veranstaltung des Kultur- und Heimatkreises Bremervörde mit Unterstützung des Deutschen Musikrates am Freitagabend bewiesen hat. Der Ratssaal platzte zwar nicht aus allen Fugen, doch konnte der Kultur- und Heimatkreis nach einigen schlecht besuchten Kammermusikabenden in den vergangenen Jahren mit dem Zuspruch des Publikums zufrieden sein. Und das sah und hörte zwei junge, mehrfach preisgekrönte Musiker, die einen großen musikalischen Bogen von Beethoven und Chopin bis Messiaen und Piazzolla spannten. Der Berliner Cellist Norbert Anger und der Rostocker Pianist Nicolai Gerassimez bewiesen gleich eingangs mit Chopins Sonate g-moll, wie sehr sie sich auf den Dialog ihrer Instrumente verstehen. Eine fast magisch-schwebende Atmosphäre stellte das Duo her, als es den fünften Satz aus Oliver Messians „Quatuor pour la fin du temps“ interpretierte. Auch wenn der Pianist in diesem Satz nur auf Sparflamme seine Virtuosität zeigen konnte und sich auf einige klug gesetzte und fein gestaltete Akkorde beschränken musste, war es gerade diese minimalistische Grundierung, auf der Norbert Anger die hohe Kunst seines Cellospiels entfalten konnte. Die langen Melodienbögen gestaltete er mit ungeheurem Gespür und mit Herz und Hand für die feinen Modulation des Themas. Freuen sich über den Applaus des Bremervörder Publikums: Norbert Anger (links) und Nicolai GerassimezWährend auch Debussys d-Moll-Sonate dem Pianisten Nicolai Gerassimez eher eine Begleitfunktion zuwies, konnte er vor allem bei Chopins ausladender Sonate g-moll opus 65 seine Kunst auf schwarzen auf weißen Tasten unter Beweis stellen. Den höchste Ansprüche an die Virtuosität des Musikers stellenden Klavierpart meisterte der junge Pianist mit Bravour. Wie sehr sich die jungen Künstler bereits als Duo gefunden haben, zeigte sich beim Höhepunkt zum Schluss des Konzerts. Mit Astor Piazzollas „Le Grand Tango“ forderten sie ihre Instrumente gleichsam zu einem heißen Tanz auf. Die Klänge von Cello und Flügel verschmolzen unter den Händen der Musiker in der innigen Umarmung des Tangos zu einem Klanguniversum, das sogar die Chopin- und Beethoven- Interpretation in den Schatten stellte. Angers heftige Stakkato- Attacken und Glissando-Schwelgereien schillerten in schrillen Farben auf dem wilden Harmonieteppich des Tango-Erneuerers. Das Duo sorgte mit seiner feinnervigen Interpretation der explosiven Rhythmik für ein wunderbares musikalisches Wechselbad der Empfindungen, das das Publikum zu begeistertem Applaus hinriss. (Text/Foto:Bremervörder Zeitung vom 18.10.11)
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