Besuch der Ausstellung „Nahsicht” in Bremen am 18. April 2010Käthe Kollwitz und Heinrich Zille begeisterten! - Gelungener Auftakt von „KulTour”![]() Am Sonntag, dem 18.04. begrüßten Almute Anglada-Lemkau und Barbara Oppermann, die Organisatorinnen der neuen Arbeitsgruppe „KulTour” des Bremervörder Kultur- und Heimatkreises e.V., 50 Kulturinteressierte am Bachmann-Museum. Die erste Tour mit dem Bus der Firma Stoss führte nach Bremen in das Paula-Modersohn-Becker-Museum in der Böttcherstraße zur Ausstellung „Nahsicht. Käthe Kollwitz - Heinrich Zille”. Dort erwartete die Teilnehmer eine interessante einstündige Führung durch die Ausstellung. Gezeigt wurden frühe Werke, vor allem Zeichnungen und Lithografien von Käthe Kollwitz, beginnend mit Skizzen und Zeichnungen aus ihrer Studienzeit bis zu Werken des frühen 20. Jahrhunderts. Themen waren die einfachen, oft Not leidenden Menschen im aufstrebenden Berlin, Motive, die zur damaligen Zeit eher verpönt waren und als „Rinnstein-Kunst” abgetan wurden.
![]() Auch Heinrich Zille beschäftigte sich mit diesen Themen. Von ihm waren Fotografien, die etwa zur gleichen Zeit wie die Bilder von Käthe Kollwitz entstanden sind, zu sehen. Zille nutzte die Kamera als „lichtbildnerischen Notizblock” für seine grafischen Studien. Diese meist sehr kleinen Fotos, die erst 1960 entdeckt wurden, waren, bis auf einige wenige gestellte Fotografien von Aktmodellen im Atelier, Schnappschüsse von Reisigsammlern, Hinterhöfen, Kneipen oder so profanen Dingen wie im Wind flatternder Unterwäsche auf einer Wäscheleine. Die perfekte Bildgestaltung dieser Fotografien zeigt deutlich das geschulte Auge des Künstlers. Die Spannung der Ausstellung bestand für den Betrachter in dem Aufeinanderstreffen und dem sich daraus ergebenden virtuellen Dialog der beiden Künstler. Nach der Führung blieb noch Zeit, die Sonderausstellung und die reguläre Ausstellung des Museums in Ruhe alleine anzuschauen und anschließend bei herrlichem Wetter einen kleinen Spaziergang durch Bremen zu machen oder draußen vor einem Cafè das erste Eis der Saison zu genießen. Die überaus positive Resonanz auf diese erste „KulTour” gibt uns den Mut zur Fortsetzung und die Zuversicht, dass auch die für den Herbst in Planung befindliche Tour regen Zuspruch finden wird. |