„Die Pferde von Klaus Philipp” (12.09. - 18.10.09)![]() „Der Freund der Pferde”Es mag eine Fügung sein, dass der Name Philipp „Pferdefreund” bedeutet. Klaus Philipp hat seinen Namen jedenfalls alle Ehre gemacht. 1932 geboren im Erzgebirge, verbrachte Klaus Pilipp seine Schulzeit im Aue und Leipzig. Mit 15 brach der Sohn eines Fabrikanten das Gymnasium ab, um 1947 bis 1950 eine Landwirtschaftslehre in Holstein mit intensiver Reitausbildung zu absolvieren. In dieser Zeit ließ sich der junge Pferdefreund auch als Jockey ausbilden. 1950 und 1951 zog es Philipp an den Bodensee, wo er in der Landwirtschaft arbeitete und als Bereiter tätig war. 1951 trat er in Süddeutschland in den Polizeidienst ein - natürlich mit dem Ziel, zur berittenen Polizei zu kommen. Neben dem Polizeidienst studierte er an der Freien Kunstschule in Stuttgart. Er machte sein Abitur nach und war von 1970 bis 1980 Dienststellenleiter. Ab 1980 wechselte er vom Sattel der Polizeipferde vollens ins Atelier. 1992 kaufte der unter anderem mit dem Reiterkreuz in Gold ausgezeichnete Freund der Pferde einen jahrhundertealten Bauernhof in der Lüneburger Heide, wo der Vater von vier Töchtern mit seiner Frau, der Tierärztin Bernadette Philipp, lebt.
![]() (Text und Foto: Bremervörder Zeitung vom 24.01.09) ![]() Klaus Philipp bedankt sich bei Laudator Prof. Dr. Volker Steinkraus (links). Rechts im Bild Almute Anglada Lemkau, daneben der Vorsitzende des Kuratoriums Stiftung Bachmann-Museum, Reinhard Brünjes. Vernissage am 12.09.09Von einem, der „das Pferd lesen kann”„Die Welt des Klaus Philipp erschließt sich einem nicht immer auf den ersten Blick”, sagte Steinkraus. Die Ausstellung zeige Werke aus unterschiedlichen Lebensphasen des Künstlers. In den surrealistischen Exponaten habe Philipp Albträume seiner Kindheit verarbeitet, aber auch die Bewachung der RAF-Häftlinge in Stuttgart-Stammheim. Das Besondere an Klaus Philipp sei seine „kritische Beobachtungsgabe gepaart mit der Leidenschaft und Liebe zum Pferd”. Der Künstler spanne einen Bogen zwischen Pferd und Kunst. Er erreiche beide, diejenigen, denen sich die Kunst nicht gleich erschließe und die, denen Pferd fremd eher seien. „Klaus Philipp kann das Pferd, dieses großartige Gottesgeschöpf, sozusagen lesen”, sagte Steinkraus. Durch ungewöhnliche Perspektiven und genauer Beobachtung entspringe seinen Bildern „unglaubliche Kraft und Dynamik”. Es sei „das Oeuve eines großen zeitgenössischen Malers”. Finissage am 18.10.09Dem Wesen der Kreatur auf der Spur![]() Pferde und Kunst - ein weites Feld, das die Diskussionsrunde zur Finissage zur Freude des Publikums von allen Seiten zu beleuchten verstand. Von den Mythen des Altertums bis in die Gegenwart des Pferdesports spannten die Teilnehmer der Talkrunde einen Bogen, der die Zuhörer des Abends fesselte. Wenn Klaus Philipp über Pferde spricht, hängt jeder an seinen Lippen. Denn der Maler der Pferde hat immer ganz genau hingesehen, wenn es um die Kreatur geht. Deshalb nimmt seine Erzählkunst ebenso gefangen wie seine Kunstwerke - zuletzt am Samstag auf der Finissage zur großen Werkschau im Bachmann-Museum. Die Arbeitsgruppe „Kunst an der Oste” im Kultur- und Heimatkreis Bremervörde lud ein zu einer prominent besetzten Gesprächsrunde rund um das Thema „Pferd und Kunst” - gleichermaßen Höhepunkt und Abschluss der gut besuchten Sonderausstellung. ![]() Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust freut sich über ein Buchgeschenk von Dr. Elfriede Bachmann.. Ex-„Spiegel”-Chefredakteur Stefan Aust, leidenschaftlicher Pferdezüchter und Reiter, diskutierte an der Seite von Klaus Philipp mit Dr. Karl Blobel, dem Grandseigneur der Pferdefachärzte: Der Veterinärmediziner wurde für seine Verdienste um den Tierschutz mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und war von 1970 bis 1996 Mannschaftstierarzt der deutschen Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitsreiter auf allen internationalen Championaten. Nicht fehlen durfte in der Runde Prof. Dr. Volker Steinkraus, der als Philipp-Sammler, Reiter und Pferdekenner bereits bei der Vernissage eine viel beachtete Rede über die Pferdemalerei und das Schaffen Klaus Philipps gehalten hatte. (Text (auszugsweise) / Foto: Bremervörder Zeitung v. 19.10.09) Hier einige Bilder des Künstlers:
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