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Künstlergruppe „Neue Meister“ - Realistische Malerei in der Bildenden Kunst (25.09. - 23.10.2011)

Vom Schimpansen mit Spliss

Kunst der Oste: Kultur- und Heimatkreis präsentiert „Neue Meister“ – Vernissage im Bachmann-Museum

VernissageModeration in Sachen Kunst: „Kunst an der Oste“-Macherin Corinna Cordes (rechts) stellt im Gespräch mit den Künstlern die Gruppe „Neue Meister“ vor: Michael Krähmer (von links), Siegfried Zademack, Gerd Bannuscher, Ines Scheppach, Roland Heyder und Joachim Lehrer.

Ein Gesicht im Sand, ein Schimpanse mit Kruzifix, ein Auto am Abgrund oder eine nackte Frau auf einer monströsen Metallmaschine – das sind die phantastischen Bildwelten, die zurzeit im Bachmann-Museum zu erleben sind. Die Arbeitsgruppe „Kunst an der Oste“ im Kultur- und Heimatkreis Bremervörde hat am Sonnabend ihre neue Ausstellung eröffnet – und lockte eine große Besucherschar ins Museum. Bis zum 23. Oktober werden die Arbeiten der sechsköpfigen Künstlergruppe „Neue Meister des Realismus“ gezeigt.

Vernissage

Die Künstler Michael Krähmer, Siegfried Zademack, Gerd Bannuscher, Ines Scheppach, Roland Heyder und Joachim Lehrer nehmen den Besucher mit auf eine Phantasiereise in surreale Bildwelten, die zum Teil sogar mit fotorealistischer Präzision den Betrachter in ihren Bann ziehen. Wenn sogar Spliss im Haar eines von Bannuscher mit großer Akribie dargestellten Schimpansen zu erkennen ist, werden auch die letzten Zweifel an der technischen Fertigkeiten eines Künstlers zerstreut. Es ist diese an „Alten Meistern“ geschulte Liebe zum Detail, ein Hang zur technischen Virtuosität im Umgang mit den künstlerischen Mitteln und eine ungeheure Lust am Sehen, die alle sechs Künstler auszeichnet, auch wenn sie formal und inhaltlich ihre höchst individuellen Wege gehen. Gleichwohl wollen die Mitglieder der Künstlergruppe nicht als „Technikfreaks“ in die Kunstgeschichte eingehen, wie gleich mehrere „Neue Meister“ im Künstlergespräch mit Corinna Cordes betonten. Die Leiterin des Teams „Kunst an der Oste“ im Kultur- und Heimatkreis hat die Ausstellung gemeinsam mit Hedi Dankowski und Christoph Wilhelm organisiert. „Unsere Art zu malen war lange verpönt“, sagte Joachim Lehrer mit Blick auf den Gründungsmythos der Gruppe, die sich der gegenständlichen Malerei verpflichtet fühlt, der in der Kunstszene nicht selten mit großem Misstrauen begegnet wird. Nicht zuletzt sei man „gemeinsam stark“, so Lehrer, um auf dem unwegsamen Terrain des Kunstmarktes zu bestehen.

Vernissage

Alle Mitglieder der Gruppe lieben das Symbolträchtige, und mehr als ein Werk der Künstlergemeinschaft ist mit reichlich Verweisen auf die Kunstgeschichteaufgeladen, an der sich „die Sechs“ oft mit großem Ernst, seltener jedoch verspielt ironisch reiben. Ausgehend von den Techniken der „Alten Meister“ wie Jan van Eyck, Albrecht Dürer oder Matthias Grünewald haben gleich mehrere Mitglieder der Gruppe zu einer Bildsprache gefunden,die mal in Edward Hopper, mal in Otto Dix und immer wieder in Salvador Dali ihren Referenzrahmen findet.

Der Vorsitzende des Kuratoriums des Bachmann-Museums, Vizelandrat Reinhard Brünjes, begrüsste die Gäste der Vernissage und würdigte die neue Ausstellung des Kultur- und Heimatkreises als weiteren Höhepunkt im Bremervörder Kulturleben. Er brachte sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass er nach der Kommunalwahl und dem Ausscheiden aus dem Kreistag das Amt des Kuratoriumsvorsitzenden nicht mehr wahrnehmen könne.

Einen weiteren Bezug auf „Alte Meister“ gab es auch mit dem sehr gelungenen musikalischen Beitrag der Vernissage: Die Bremervörder Kantorin Katharina Düweke (Klavier) und die Sopranistin Anke Lehrer, die Frau des „Neuen Meisters“ Joachim Lehrer, bereicherten die Ausstellungseröffnung virtuos mit italienischen Arien des Barock. (Text/Foto: BZ/Thomas Schmidt v. 26.09.11)

Mehr über die Künstlergruppe erfahren Sie hier.

 


Meisterliche Feinstarbeit bis in die letzten Haarspitzen

Nur noch bis zum Sonntag zeigt „Kunst an der Oste“ die „Neuen Meister“ in Bremervörde - Danach geht es weiter nach Wien

Michael Krähmer: Symmetrische Landschaft IV„Neue Meister“ im Bachmann-Museum: Noch bis Sonntag zeigen Michael Krähmer (von links), Siegfried Zademack, Joachim Lehrer, Gerd Bannuscher, Ines Scheppach und Roland Heyder ihre Werke.

Der Künstler Gerd Bannuscher hat am Sonntag durch die Ausstellung der „Neuen Meister“ in Bremervörde geführt. Noch bis zum kommenden Sonntag, 23. Oktober, zeigt die Arbeitsgruppe „Kunst an der Oste“ des Kultur- und Heimatkreises Bremervörde die Werke der sechsköpfigen Künstlergruppe im Bachmann-Museum.

„Die Sonne schien, das Publikum hatte ausnehmend gute Laune im Gepäck und Gerd Bannuscher, der sympathische Künstler aus Schleswig Holstein, nahm seine Zuhörer mit auf eine wunderbare Reise durch die Bilderwelten der ´Neuen Meister´“, teilte das Team von Kunst an der Oste mit. „Von Zademack bis Bannuscher traf eine Gruppe von gut zwei Dutzend Interessierten in den Sonderausstellungsräumen des Bachmann-Museums auf wahrlich meisterhafte Werke des Realismus“, berichtet die Arbeitsgruppe, die aus Hedi Dankowski, Christoph Wilhelm und Corinna Cordes besteht.

Mit seiner gelassenen norddeutschen Art plauderte Gerd Bannuscher über Techniken und Bildinhalte seiner fünf Mitstreiter und gewährte den Anwesenden am Ende sogar einen ganz persönlichen Einblick in seine eigene Arbeit: Der Künstler berichtete über Arbeitsweisen, beantwortete zahlreiche Fragen aus dem Publikum und verriet faszinierende Details seiner unnachahmlichen Technik. Auf die Frage, ob er immer ein Bild nach dem anderen male, konterte Gerd Bannuscher mit einem Lächeln „ich kann ja nicht immer nur Affenhaare malen“, was wiederum nicht nur erklärte, warum er immer mehrere Bilder gleichzeitig bearbeitet, sondern auch, welche Feinstarbeit wirklich hinter den Werken Bannuschers steckt.

Nur noch bis kommenden Sonntag ist die Ausstellung zu besichtigen. Danach geht die Gruppe mit ihren Werken nach Wien (Text/Foto: BZ vom 19.10.11)

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